Zirndorf. Normalerweise treffen sich die Spieler von Inter Zirndorf zum Fußball. Beim World Cleanup Day griffen sie stattdessen zu Handschuhen und Müllsäcken: Gemeinsam mit Frauen und Kindern aus ihrer Gemeinschaftsunterkunft sammelten sie Abfälle auf Straßen und Grünflächen rund um ihr Zuhause ein – und setzten damit ein Zeichen für gelebte Integration.
Mehr als eine saubere Nachbarschaft
Hinter der Aktion steckte mehr als der Wunsch nach einer sauberen Umgebung. Die Geflüchteten wollten sich bei der Stadt Zirndorf bedanken und selbst etwas für den Ort einbringen, in dem sie leben. Die Stadt stellt den Fußballern einen Platz und zeitweise eine Sporthalle zur Verfügung – für viele Spieler längst mehr als reine Sportstätten.
„Der Fußballplatz und die Sporthalle geben unseren Spielern die Möglichkeit, Menschen kennenzulernen, Freundschaften aufzubauen und gemeinsam etwas zu erleben. Mit der Aufräumaktion wollten wir der Gemeinde etwas zurückgeben und zeigen: Wir leben hier und möchten unseren Teil zum Zusammenleben in Zirndorf beitragen”, erklärt die Asylgruppe Zirndorf.
Vom Fußballplatz in die Nachbarschaft
Inter Zirndorf bringt geflüchtete Menschen aus unterschiedlichen Ländern zusammen. Auf dem Fußballplatz spielen Herkunft und Sprachkenntnisse eine kleinere Rolle – entscheidend sind Verlässlichkeit, Teamgeist und das gemeinsame Spiel. Rund um die Mannschaft ist mit der Zeit eine echte Gemeinschaft entstanden, zu der auch Frauen und Kinder gehören. Deshalb beteiligten sie sich ganz selbstverständlich an der Müllsammelaktion.
Ausgerüstet mit Handschuhen und Müllsäcken zog die Gruppe durch das Umfeld der Gemeinschaftsunterkunft und sammelte achtlos weggeworfene Abfälle ein. Das Ergebnis: 116 Kilogramm Müll in nur 2,5 Stunden.
Integration zeigt sich beim gemeinsamen Handeln
Der World Cleanup Day bringt weltweit Menschen zusammen, die Straßen, Parks und andere öffentliche Flächen von Müll befreien. In Zirndorf verband die Aktion Umweltschutz mit gesellschaftlichem Engagement – und wurde so zu einem eindrucksvollen Beispiel für gelebte Integration.
Für die Asylgruppe zeigt der Einsatz, wie Integration im Alltag entstehen kann: wenn Menschen nicht nur Angebote nutzen, sondern selbst Verantwortung übernehmen und ihre Umgebung mitgestalten. Die Spieler von Inter Zirndorf sind oft nur wenige Monate im Ankerzentrum in der Rothenburger Straße in Zirndorf, bevor sie in ganz Mittelfranken verteilt werden. Zum Fußball kommen viele aber auch danach noch von weit her – jede Woche wieder nach Zirndorf.
„Integration funktioniert dort besonders gut, wo Menschen gemeinsam etwas tun. Genau das erleben wir beim Fußball – und an diesem Tag auch beim Müllsammeln”, so die Asylgruppe Zirndorf.
Über Inter Zirndorf
Inter Zirndorf ist ein von der Asylgruppe Zirndorf organisiertes und begleitetes Hobby-Fußballteam für geflüchtete Menschen. Regelmäßiges Training schafft Bewegung, Begegnungen und soziale Kontakte. Der Fußball hilft dabei, sprachliche und kulturelle Grenzen zu überwinden und neue Freundschaften zu knüpfen. Beim World Cleanup Day zeigte sich einmal mehr: Wo Menschen gemeinsam anpacken, entsteht echtes Miteinander.




