Fragen und Antworten zum Digital Cleanup

Digital Cleanup Day – Interview mit Prof. Holger Holland vom Berlin College of Business and Technology (BCBT)

Über digitale Verantwortung und nachhaltige Datenkultur

Jedes Jahr im März ruft der Digital Cleanup Day weltweit dazu auf, unsere digitale Welt aufzuräumen, CO₂ zu sparen und Datenmüll zu reduzieren. Prof. Holger Holland, Präsident von World Cleanup und Initiator des Digital Cleanup Day, erklärt im Interview, wie „Digital Cleanup“ funktioniert, warum es so wichtig ist und welche Schritte jeder Einzelne unternehmen kann.

Prof. Holland:
„Der Digital Cleanup Day ist eine Initiative, die Menschen weltweit dazu motiviert, digitale Daten zu organisieren, unnötige Dateien zu löschen und ihren CO₂-Fußabdruck im digitalen Raum zu reduzieren. Digitale Daten verursachen Energieverbrauch – selbst, wenn sie ungenutzt im Hintergrund liegen. Backups auf Servern, Cloud-Speicher und Rechenzentren benötigen Strom, der wiederum CO₂-Emissionen verursacht. World Cleanup™ als Division des Berlin College of Business and Technology (BCBT) stellt dafür Ressourcen, Bildungsmaterialien und Toolkits bereit und begleitet Projekte wie Digital Cleanup Day und Planet & Pixels aktiv.“

Was ist digitaler Müll und warum ist er problematisch?

Prof. Holland:
„Digitaler Müll ist mehr als ungenutzte Dateien auf dem Computer. Es sind E-Mails mit unnötigen Anhängen, doppelte Fotos, ungenutzte Apps oder veraltete Cloud-Daten. Jede Aktion – ein Klick, eine Suchanfrage, ein Foto-Upload – erzeugt CO₂. Weltweit summiert sich das auf rund 900 Millionen Tonnen pro Jahr, mehr als der jährliche CO₂-Ausstoß Deutschlands. Ohne bewusstes Handeln steigt der Energieverbrauch der digitalen Infrastruktur in den kommenden zehn Jahren auf voraussichtlich 20 % des globalen Energieverbrauchs.“

Zahlen, die verdeutlichen, wie digitaler Müll das Klima belastet

Prof. Holland ergänzt:
„Die Summe unserer digitalen Aktivitäten ist enorm – jeder Klick, jede Datei, jede Nachricht trägt zur CO₂-Emission bei. Eine bewusste digitale Nutzung kann diese Zahlen deutlich reduzieren.“

Rolle der Studierenden am BCBT

Die Studierenden des BCBT wirken aktiv an Projekten mit, die eine nachhaltige digitale Datenkultur erforschen. Sie entwickeln Strategien, analysieren Nutzungsmuster und testen Maßnahmen zur CO₂-Reduktion. Dabei greifen sie auf Projekte wie Planet & Pixels zurück, das den Energieverbrauch von digitalen Daten visualisiert und Handlungsmöglichkeiten aufzeigt (Planet & Pixels).

Prof. Holland:
„Unsere Studierenden tragen dazu bei, digitale Prozesse zu optimieren und Best Practices für eine zukunftsfähige, nachhaltige Datenkultur zu entwickeln. Das ist nicht nur akademische Arbeit, sondern hat direkte Auswirkungen auf Unternehmen, Organisationen und private Nutzer.“

Digital Cleanup Day – jährlich im März

Prof. Holland:
„Der Cleanup Day ist ein weltweiter Weckruf: Digitale Aufräumaktionen sind entscheidend für Klima, Sicherheit und Produktivität.“

Praktische Tipps für den Digital Cleanup

  1. E-Mails: Anhänge vermeiden, Links statt Dateien verwenden, Spam-Ordner regelmäßig leeren.

  2. Cloud & Dateien: Doppelte Dateien entfernen, unnötige Daten löschen, Ordner logisch strukturieren.

  3. Apps & Konten: Nur notwendige Apps installieren, ungenutzte Konten löschen.

  4. Meetings & Videos: Videokonferenzen hinterfragen, Kamera nur bei Bedarf einschalten, Dateien komprimieren.

  5. Browser & Passwörter: Cache leeren, Verlauf regelmäßig prüfen, Passwort-Manager nutzen.

  6. Tools: Duplikat-Finder, Automatisierungstools, Zeitplanung (Timeboxing) für effiziente Cleanups.

Für Unternehmen (KMUs)

Prof. Holland:
„Digitale Aufräumaktionen sind keine Einmalaktion. Eine nachhaltige Kultur entsteht durch kontinuierliche Schulung, Motivation und Tools, die den Mitarbeitenden helfen, aktiv CO₂ zu sparen.“

Planet & Pixels

Projektbeschreibung:
Planet & Pixels visualisiert den CO₂-Fußabdruck digitaler Aktivitäten und macht den Energieverbrauch greifbar. Ziel ist, datengestützte Entscheidungen zu ermöglichen, um Energieverschwendung zu reduzieren. Studierende entwickeln Analysen und Handlungsempfehlungen, die Unternehmen und Privatpersonen helfen, nachhaltiger zu agieren.

Auswirkungen auf Produktivität und geistige Gesundheit

Prof. Holland:
„Ein unordentlicher digitaler Arbeitsplatz ist nicht nur ineffizient, sondern auch belastend für die Psyche. Wer digitale Daten strukturiert, spart Zeit, reduziert Stress und steigert Kreativität. Ein sauberer Arbeitsplatz ermöglicht fokussiertes Arbeiten und fördert die geistige Gesundheit.“

Fazit

Prof. Holland abschließend:
„Digitaler Müll mag unsichtbar sein, aber er belastet Klima, Infrastruktur und unsere Effizienz. Jeder Klick, jede Datei, die wir bewusst organisieren oder löschen, zählt. Die Studierenden des BCBT leisten hier wertvolle Pionierarbeit – gemeinsam können wir eine nachhaltige, digitale Welt gestalten.“


Über World Cleanup™ & BCBT:
World Cleanup™ ist eine Division des Berlin College of Business and Technology (BCBT) und unterstützt globale Initiativen wie Digital Cleanup Day und Planet & Pixels. Ziel ist es, Bildung, Tools und Ressourcen bereitzustellen, um digitale Verantwortung, nachhaltige Datenkultur und Klimaschutz zu fördern.

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